PRINZ POMMES
Ein fettiges Stück für Esser ab 6 von Michael Miensopust


In der Schule wäre Bodo am liebsten unsichtbar. Stattdessen muss er an der Tafel unter dem Gelächter der ganzen Klasse Rechenaufgaben lösen oder sich im Sportunterricht auf den Barren quälen. Zu Hause dagegen ist es ganz wunderbar. Da kann sich Bodo verkriechen und viele leckere Sachen um sich herum aufbauen: Chips, Cola, Schokolade, Kuchen, Popcorn – alles hat er ganz für sich alleine. Dann den Fernseher einschalten und durch die Lieblingssendungen zappen – einfach toll!

„Prinz Pommes“ ist ein Stück übers Futtern und Fernsehen, über Träume und Schäume, über Dicke und Dünne. Und bietet, ohne erhobenen Zeigefinger, jede Menge Diskussionsstoff zum Thema falsches Essverhalten und Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen.



Bilder


(c) Frank Pieth
   

Termine


Besetzung

Kinder- und Jugendtheater des Landestheaters Tübingen

Regie: Michael Miensopust
Spiel: Daniel Blum


Pressestimmen

Die Abenteuer von „ Prinz Pommes“ im Kinder und Jugendtheater des LTT

"Kinder mögen Pommes. Also müssen Kinder auch Theater über Pommes mögen ? Auf jeden Fall : Am Sonntagabend ging die Rechnung auf. „Prinz Pommes“, Uraufführung des Kinder und Jugendtheaters Tübingen heimste Beifall ein. Zu Recht. (…) Die Inszenierung von Michael Miensopust bietet schon höhere Theater-Kochkunst voller raffinierter Zutaten. Das Grundnahrungsmittel ganz bodenständig : traditionelles Erzähltheater. (…)
Keine zappend-zappelnden Bilderwelten, sondern ein Schauspieler, Daniel Blum, und seine Geschichte. Von Bodo Bollman für den der schönste Platz im Universum das Sofa ist. Das einzige was sich dann noch bewegt, ist seine Hand, die mal die imaginäre Fernbedienung drückt, oder in die imaginäre Chipstüte greift.
(…) Miensopust und Blum kombinieren das Erzählen mit flotter Action. (…)
Eine temporeiche Geschichte, voller ironischer Anleihen bei Märchen, der amerikanischen Esskultur oder Kino-Verfolgungsjagden. Herrlich wie Blum seinen Personen den passenden Ton gibt, mal der mit Süßis verführte Junge ist, mal der dröhnende Burger-Meister von Big City, mal die triezige Klassenlehrerin Frau Weissmüller-Ganzkar.
Was nur wieder zeigt: Kindertheater ist nicht die Light-Version des großen, sonder muss genauso gut sein. Auch wenn dann mancher Gag vielleicht verschenkt ist, wie das Kopulieren mit den Kalorien, das Bodo einen dicken Bauch macht. Auf jeden Fall eine tolle Schauspieler-Nummer. Und die Moral von der Geschicht?
Aber, aber: Ein Stück das so gut mit Klischees spielt, wird doch nicht plump den pädagogischen Zeigefinger auspacken. Sondern souverän bleiben bis zum Schluss. Wie? Hingehen, selber Ansehen!

Schwäbisches Tagblatt

Keine Lust mehr auf Jumbo-Burger und Chips

Wer ist schon gerne dick und rund? Keiner. Auch Prinz Pommes leidet unter seinen Speckfalten am Bauch. Am Donnerstag war er im Spitalhof und ver­darb seinem Publikum, vor allem Kindern ab sieben Jahren, ordentlich die Lust auf Pizza, Cola, Burger und Fernsehen.
(...) Das Ein-Mann-Stück traf gewiss den Nerv der Zeit. Jedes fünfte Kind in Deutschland ist übergewichtig, Tendenz steigend. Dieses Thema einmal humorvoll und unterhaltsam aufzubereiten, ist den Theatermachern gelun­gen. Daniel Blum zauberte ohne aufwendige Requisite Würstchen, Schokoriegel und Cola XXL her: Ein simpler Handgriff deutete diese Dinge an. Riesige runde Kissen stapelte er später aufeinander zu einem Burger, den er zu essen vorgab.
(...) In diesem „fettigen Stück" wird der Kinderwunsch, sich einmal vor dem Fernse­her mit Leckereien voll zu stopfen, karikiert und ad absurdum geführt. Lust auf fettes, ungesundes Essen macht das jedenfalls nicht. Eher auf einen Apfel und einen schönen Spaziergang.

Leonberger Kreiszeitung

drucken