Scheinwelten
Spielzeit 2012/13
LADIES NIGHT
Komödie von Stephen Sinclair & Anthony McCarten
Drei Freunde leben in einer heruntergekommenen englischen Industriestadt ohne Arbeit, ohne Plan,
ohne Perspektive. Da ist Craig, der jeden Tag ein neues „todsicheres Ding“ am Laufen hat und doch immer nur auf der Flucht ist vor seinen Gläubigern. Barry, ewig abgebrannt, kämpft wie ein Löwe um das Besuchsrecht für seinen kleinen Jungen. Und der gutmütige Norman hockt tagelang im Pub herum, weil seine Frau von seiner Arbeitslosigkeit noch gar nichts weiß. Sie halten sich mit Gelegenheitsjobs und leeren Zukunftsfantasien über Wasser, bis unter ihren Frauen eines Tages das Chippendales-Fieber ausbricht und plötzlich eine
aberwitzige Geschäftsidee geboren wird: Männer-Striptease. Als „Die Wilden Stiere“ wollen sie die Damenwelt beglücken. Doch schon beim ersten Casting – man benötigt schließlich noch Mittänzer – stellt sich die alles entscheidende Frage:
Ganz oder gar nicht?!
Die turbulente Komödie erzählt auf heitere Weise von einem ungewöhnlichen Kampf ganz gewöhnlicher Menschen gegen Arbeitslosigkeit, Schulden und Tristesse. Das Stück der neuseeländischen Autoren hatte bereits 1987 in Auckland Premiere und wurde in seinem Heimatland zum erfolgreichsten Theaterstück aller Zeiten. Seinen weltweiten Siegeszug trat es aber erst mit dem Überraschungserfolg der britischen Filmkomödie „Ganz oder gar nicht“ (The Full Monty, 1997) an und erhielt in Frankreich den „Prix Molière“ als beste Bühnenkomödie des Jahres 2001.
Die Presse jubelt begeistert ob der hüllenlosen Machos:
„Die spritzigen Dialoge sind mit viel Situationskomik inszeniert, und bis die Choreografie klappt, folgt eine Lachnummer auf die andere.“
(tz, München )
Bilder
(c) Günter Englert | |
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Termine
17.03.2012
| Beginn: 19:00 | Stadttheater |
Preise II (38,00 - 12,00 €)
18.03.2012
| Beginn: 16:00 | Stadttheater |
Preise II (38,00 - 12,00 €)
Besetzung
Fritz Rémond Theater, Frankfurt &
Komödie im Bayerischen Hof, München
Regie: Folke Braband
Pressestimmen
Allgäuer Zeitung vom 21. März 2012
von Rainer Schmid
Eine Männerstrip zum Lachen
In der Provinzhauptstadt Auckland kam 1987 die Komödie „Ladies Night“ der beiden Neuseeländer Stephen Sinclair und Anthony McCarten auf die Bühne – und wurde zum erfolgreichsten Theaterstück aller Zeiten in Neuseeland. Aber auch in Europa feiert dieses Boulevardstück immer wieder Triumphe. Die darauf basierende britische Filmkomödie „The Full Monty“, auf Deutsch „Ganz oder gar nicht“, geriet sogar zum Welterfolg.
Im Kemptener Stadttheater, Metropole der Allgäu-Provinz, konnte die freizügige Münchner Männer-Truppe von der Komödie im Bayerischen Hof das Publikum ebenfalls begeistern [...].
Eine Komödie ist kein Problemstück. Oder doch? Ein Problem haben ja viele Leute im christlichwohlerzogen-
verschämten Abendland mit ihrem Adamskostüm. Sich splitternackt vor Publikum zu zeigen, ist schlicht der Horror. Genau darum aber dreht sich das komödiantische Karussell dieses Theaterstücks: der ultimative Männer-Strip als letzte Chance vor dem sozialen Absturz.
„Männer, was wollt ihr? Arbeitsamt – oder 1000 Pfund?“, ruft Craig seinen Kumpeln zu. Wie Richard Kimble ständig auf der Flucht vor seinen brutalen Gläubigern, taucht er öfters blutverschmiert aus den Kulissen auf. Drei Freunde sind es, in einer heruntergekommenen Industriestadt, ohne Arbeit, ohne Plan, ohne Perspektive. „Die da
oben schieben Millionen ein, und hier unten machen sie die Stahlwerke dicht!“, flucht Barry ein paar Mal. Als Loser auf der Schattenseite des Kapitalismus’ kämpft er löwenhaft um das Besuchsrecht für seinen kleinen Jungen. Norman, der Vollschlanke, Gutmütige, verheimlicht seiner Linda seit einem halben Jahr verzweifelt, dass er arbeitslos ist. Männerstrip also – die verrückteste, aber gewinnträchtigste aller Ideen, um aus der Misere herauszukommen. Und es scheint zu klappen. Wenn auch mit peinsamen Rückschlägen und Rückfällen in
larmoyante Gschamigkeit. Zwei Mittänzer werden angeworben, allerdings auch nicht ganz problemlos: „Ich nix schwul, du!“, schreit Wassili. „Du weißt es nur noch nicht …“, erwidert milde Gavin. Schließlich entpuppt sich der ewig greinende Alte in der Pub- Ecke („Arschloch!“ ist sein Mantra) als helfend-guter Geist des Stripper- Trainingslagers („War mal Tanzlehrer / Schneider / Stripper auf Macao…“). Grandios, von rhythmischem
Klatschen des Publikums begleitet, dann die finale Strip-Show der Fünf. Sehr passend: Joe Cockers Hit „You
Can Leave Your Hat On …“