FAUST FICTION
Solo für einen Schauspieler frei nach Johann Wolfgang von Goethe
von und mit Michael Miensopust

Große Stoffe im kleinen Format
- Theater der Extraklasse dank AÜW -

Wer den Regisseur und Schauspieler Michael Miensopust schon im THEATERINKEMPTEN erlebt hat, weiß, dass er eine Aufführung von „Faust Fiction“ keinesfalls verpassen darf! Auf Einladung des TIK hatte sich Miensopust zusammen mit Dramaturgin Nikola Stadelmann in der vergangenen Spielzeit Goethes „Faust“ „vorgeknöpft“ und den großen Klassiker in ein Erzähltheater der besonderen Art verwandelt. Aus der Faustischen Sinnsuche entwickelt sich eine abenteuerliche Reise durch Zeit und Raum, bei der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion immer mehr verwischen: Wer ist dieser wissensdurstige Doktor Faust, der mit dem gefallenen Mephistopheles eine Wette abgeschlossen hat und stetig auf der Suche nach größerem Glück ist?

Mit „Faust Fiction“ erwartet das Publikum ein außergewöhnlicher theatraler Leckerbissen, der großartiges Theater mit bester Unterhaltung verbindet!
Aufgrund des großen Erfolges zeigt das TIK diese Eigenproduktion nun erneut im Januar und hat wegen der immensen Nachfrage eine Zusatzvorstellung im Dezember angesetzt.

Bilder


(c) Stephan Rottenburger
   
(c) Herrmann Ernst
   
(c) Rottenburger
   

Termine

27.01.2012 | Beginn: 20:00 | THEaterOben | Preise I (29,00 - 19,00 €)

14.12.2011 | Beginn: 20:00 | THEaterOben | Preise I (29,00 - 19,00 €)


Besetzung

Idee: Nikola Stadelmann und Michael Miensopust
Regie und Spiel: Michael Miensopust
Komposition & Soundcollagen: Christian Dähn
Lichtgestaltung: Günther Schweikart
Dramaturgie: Nikola Stadelmann
Regieassistenz & Co-Regie: Felix Schmidt
Eigenproduktion des THEATERINKMPTEN

Pressestimmen

Vorbericht zur Uraufführung von "Faust Fiction" (Mai 2011) auf TV Allgäu:

Johann Wolfgang Goethe als Roadmovie
Das Theater in Kempten zeigt Faust Fiction

http://www.youtube.com

Allgäuer Zeitung vom 18.05.2011
Kempten/  Jana Schindler

Fahrt zur Hölle

Theater in Kempten | Goethes „Faust“ wird in Michael Miensopusts
Ein-Mann-Version des Dramas zur geistreich-frechen Fiktion

Die letzte Eigenproduktion des Theaters in Kempten in dieser Spielzeit heißt «Faust Fiction» und ist eine Ein-Mann-Bühnenshow. Mit dem in Kempten mittlerweile bekannten Michael Miensopust in der Hauptrolle, aber auch als sein eigenen Regisseur. Als Kandidat einer möglichen Casting-Show bekommt er sein Stichwort aus dem Bühnen-Himmel zugeworfen: ein Reclam-Heftchen von Goethes Faust. Spiel, Vogel, oder stirb! Oder sing! Das Reclamheft klebt an der Hand des Protagonisten, und selbst wenn er es in den unheimlich rot und grün wabernden Papierkorb schmeißt, kommt es klettenartig an der anderen Hand wieder zum Vorschein. Die Faust-Geister, die er rief, wird er nicht mehr los.
Fahrt zur Hölle
Das Universaldrama als Erzählsolo, das «vom Himmel durch die Welt zur Hölle» verläuft, wird in Kempten auf einem «Highway to hell», wie die Rockband AC/DC röhrend kommentiert, gegeben. Und das in AC/DC-Tempo. Die Reise, die fürs erste in die kleine Welt führt, wird mit zwei feuerroten Sitzen zitiert, die neben einer Straßenlaterne stehen und eher an die unbequemen Plastikschalen alter Straßenbahnen als an ein bequemes Cabrio erinnern. Goethe hat seine Zeit durch sein Lebenswerk «Faust» gedeutet, Miensopust leuchtet mit seiner Fiktion von «Faust» unsere Zeit aus.
Fausts Verjüngung soll per Schönheitsoperation gelingen, oder es muss - wenns natürlicher sein soll - jeden Tag Yoga absolviert werden. Dass Gretchen ihr Kind umgebracht hat, erfährt Faust durch die Nachrichten. Dann ruft er in der Psychiatrie an und versucht Gretchen wieder ins Leben zurückzuholen. Bei diesem Zugriff verzichtet Miensopust auch auf die Wörtlichkeit des Textes zugunsten einer aktualisierenden Verdeutlichung («Du siehst mit diesem Trank im Leibe, bald Heidi Klum in jedem Weibe»).
Ist dieser Mann, der den literarischen Nationalhelden der Deutschen derart durch die Mangel nimmt, einfach nur frech-dreist oder geistreich-verspielt? Michael Miensopust ist beides. Er ist ein wuchtiger Stück-Zertrümmerer und ein umso sensibler Wiederaufbau-Meister.
Er nimmt den Goetheschen Text als Material und greift dann tief in die Werkzeugkiste der eigenen medialen und theatralen Erfahrungen, der neuesten Erkenntnisse von Wissenschaft und Forschung und verquirlt das alles zu einer Erzähl-Collage.
Abgenudelte Goethe-Verse werden ironisch kommentiert («Oh ne, das ist jetzt aber eine Gretchen-Frage.) Unvermeidlich, dass da des Pudels Kern zurechtgestutzt oder haarscharf an der Parodie vorbeigeschrammt wird. Dem Publikum gefiels. Großer Applaus im kleinen Saal des Stadttheaters für einen großen Spielwütigen.

Kreisbote Kempten, 18.05.2011

Begeisternde Ein-Mann-Show

Von CHRISTINE TRÖGER
Kempten – „Unterschreib mit einem Tropfen Blut. Winnetou und Old Shatterhand haben das auch so gemacht“, umschmeichelte Mephisto Dr. Heinrich Faust, den Vertrag zu unterzeichnen. Goethes Faust bei aller Ernsthaftigkeit des Inhalts mit unterhaltsamem Witz? Warum nicht? Im Ein-Mann-Erzähltheater „Faust Fiction – Ein virtuelles Roadmovie frei nach Goethe“ zeigte das TheaterInKempten (TIK) in seiner rundum gelungenen dritten Eigenproduktion der Spielsaison, wie das funktioniert.
Die Idee zur kurzweiligen, von hintersinnig-humorvollen Einfällen strotzenden Adaption des großen Klassikers haben Theaterdirektorin Nikola Stadelmann und der schlichtweg geniale Darsteller Michael Miensopust, der bereits mit seinen Parzival- und Macbeth-Adaptionen im TIK brillierte, gemeinsam entwickelt. Die Geschichte in Kurzform: der angesehene Lehrer Heinrich Faust zieht eine niederschmetternde Lebensbilanz und verspricht dem Teufel seine Seele, sollte es ihm gelingen ihn von seinen Selbstzweifeln zu befreien. Dieser verjüngt seinen „Vertragspartner“ und spielt ihm Gretchen in die Arme, die ihre Mutter sowie das gemeinsame uneheliche Kind tötet und dafür hingerichtet werden soll. Wie im Original so auch in der „Fiction“: „Gretchen ist gerichtet“, ertönt es aus Mephistos Mund, doch Engelsstimmen beruhigen den besorgten Faust, aus der Straßenlaterne verkündend „Gretchen ist gerettet“.
Grandioses Wechselspiel
Problemlos, im bisweilen rasanten Wechsel, schlüpfte Miensopust von der Haut des etwas heruntergekommenen Mephisto in die des sinnsuchenden Faust, fand sich im betörenden Gretchen, streifte deren Nachbarin Marthe und mimte auch noch Valentin, den Rache üben wollenden Bruder Gretchens. Klar, oft nur durch kleine, nicht weniger wirkungsvolle Bewegungen angezeigt, waren Mimiken und Gesten des energiesprühenden Schauspielers im Wechselspiel der Rollen. Spärliche Requisiten sowie das auf eine Bank und einen an einer Straßenlaterne befestigten Mülleimer inklusive Telefon reduzierte Bühnenbild, ließ der Fantasie der rundweg begeisterten Zuschauer zudem großen Spielraum.
Die Reise auf dem „Highway to Hell“ durch die Welt traten Mephisto und Faust, wie zwei alte Kumpels beim Junggesellenabschied, im Cadillac an. Auch wenn viele Szenen in der Gegenwart angesiedelt waren und Textpassagen sich frei entfalteten, blieb das Stück mit zahlreichen Originalpassagen doch durchgehend nah am ursprünglichen Goethe-Text. Dass die Hexenküche, in der Faust seinen Verjüngungs- und Liebessehnsuchtstrunk gebraut bekam, die Assoziation mit einem Drive-In-Restaurant in einer eher abgehalfterten Gegend mehr als nahe legte, dass Mephisto gelegentlich deftige Unwörter entschlüpften oder dieser die intime Begegnung von Faust und Gretchen mit Handpuppen – doppelsinnig? – eigenhändig führte: Vielleicht gesellte sich dadurch zu den in Goethes Faust aufgeworfenen Fragen nach Gut und Böse, Himmel und Hölle, Sinn des Lebens und was die Welt zusammenhält noch eine vor allem die Jetztzeit betreffende Frage: Wie steht es um Abgestumpftheit oder Respekt?
„Vielleicht mache ich Dich zum Verteidigungsminister“, brabbelte Mephisto am Ende des Stücks, bereits Pläne für einen zweiten Teil „Faust Fiction“ schmiedend, und verließ das Kemptener TheaterOben ganz und gar zeitgemäß auf einem Segway.
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