ANTIGONE
Tragödie nach Sophokles


Keine Katastrophe wie die, die wir in „Antigone“ erleben, war überflüssiger. Der Untergang der Stadt Theben, nachdem sie vom Fluch des Oidipus befreit war, nachdem dessen Söhne sich gegenseitig im Krieg töteten, war überwunden. Nun wurde Kreon König und erließ das Gesetz, Polyneikes, den einen Sohn, nicht zu begraben, Eteokles, den anderen, aber mit allen Ehren zu bestatten. Ihre Schwester Antigone widersetzte sich diesem Gebot, bedeckte ihren Bruder mit Sand. Dies nimmt Kreon zum Anlass, die Oidipus-Tochter in einem Felsengrab lebendig einzuschließen. Und dort begeht sein eigener Sohn Haimon Selbstmord mit ihr.

Die Positionen sind klar: Antigone fordert das alte Götterrecht, das Totenbestattung unbedingt einklagt, Kreon jedoch ist an der Verlässlichkeit vor allem von menschlichen Vereinbarungen interessiert, um den Staat nicht immer wieder neuer Willkür und Zerstörung auszusetzen. Insofern ist Kreons Schritt ein emanzipatorischer, aber die Härte mit der er ihn durchsetzt, lässt einen kalten, mechanisch orientierten Staatsmann erahnen. Diese Positionen, hier die fundamental argumentierende der Antigone und dort die einer kalten Moderne Kreons, sind bis heute nicht aufgelöst und erzeugen in einer globalen Welt jene Disharmonie zwischen Tradition und Moderne, die nach wie vor Zerstörung von ganzen Staaten und Landschaften hervorruft.

Eine eindringliche Inszenierung des Mülheimer Theaters an der Ruhr von Regie-Altmeister Roberto Ciulli und seinem außergewöhnlichen Ensemble.

Einführung 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.

Bilder


(c) A. Köhring
   
(c) A. Köhring
   

Termine

09.05.2012 | Beginn: 20:00 | Stadttheater | Preise II (38,00 - 12,00 €)


Besetzung

Theater an der Ruhr, Mülheim

Regie: Roberto Ciulli

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